camelopardalis – Kamelleopard oder die Kunst wesentliches zu übersehen PDF Drucken E-Mail
Was ist das Auffälligste an einer Giraffe? Doch wohl der lange Hals! So fand Hans Sachs denn auch diese Verse:
„das thier giraffa genant,
geporen im düerckischen lant,
der gestalt mit hochem hals, gewis
als eines lanzknechtz langer spiss“
Welchen Namen würde man solch einem Tier also geben, wenn es noch keinen hätte: Kamel-Leopard?
Diesen Namen fanden die Römer im Jahre 46 v.Chr., als sie beim Triumph Gaius Julius Caesars zum ersten Mal dieses exotische Tier sahen. Die Begründung für diesen Namen liefert Plinius d.Ä. (nat.hist. 8,69): ‚Es hat einen Hals wie ein Pferd, Füße und Beine wie ein Rind, einen Kopf wie ein Kamel, und ist rötlich mit weißen Flecken. Deswegen wird es camelopardalis genannt.’ Ganz klar: Eine Mischung aus Kamel (Kopf) und Leopard (Flecken)! Aber: Den Hals eines Pferdes? Es kommt noch besser: Plinius fährt fort: ‚Man habe erkannt, daß dieses Tier mehr aufgrund seines Aussehens als seiner Wildheit bemerkenswert sei, deswegen habe es auch den Namen „wildes Schaf“ (ovis fera) erhalten.’ Man stelle sich vor: ein 6 m hohes Schaf mit 900 kg Lebendgewicht.
Der Name Giraffe kommt aus dem Arabischen, so viel ist sicher. Meist wird es abgeleitet von „zurafa/zarafa“ - „das Bezaubernde, das Schöne“, manchmal von „xirapha“ - „das, was schnell läuft“. Beides durchaus passend, aber treffend? Ob Giraffe hingegen von „zirafah“ – „das höchste von allen“ stammt und ob es dieses Wort überhaupt gibt, kann ich nicht beurteilen, da mein Arabisch etwas eingerostet ist.
Sagen kann ich hingegen: „Giraffa camelopardalis“ ist heute der biologische Name der Giraffe.
Alles über Giraffen:
www.sergiosakall.com.br
 
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