Pecunia non olet - Vespasian - vespasienne - vespasiano PDF Drucken E-Mail
Um die Staatsfinanzen zu sanieren sah sich Kaiser Vespasian (69-79 n.Chr.) gezwungen, nicht nur alte Steuern zu erhöhen, sondern auch neue einzuführen. Der große Wurf gelang ihm mit der Erfindung der Urinsteuer. Urin war ein wichtiger Rohstoff. Er wurde dringend benötigt, um in Ermangelung von Fettseife Stoffe zu reinigen und vor allem um Leder zu gerben. Zur Deckung des großen Bedarfs waren an belebten Straßen amphorenartige Urinale zum Sammeln des Urins aufgestellt.
Die neue Steuer sorgte nicht nur für Geld in der Staatskasse, sondern brachte Vespasian auch den Spott seiner Zeitgenossen ein. Auch sein Sohn Titus rümpfte die Nase über die neue Einnahmequelle. Doch dieser hielt ihm ein Geldstück unter die Nase und fragte, ob es denn stinke. Als Titus verneinte, klärte ihn sein Vater auf: „Atquin e lotio est! (Und dennoch stammt es aus Urin!). [Sueton VC Vesp. 23,3].
Die Frage Vespasians, ob es denn stinke, ist in leicht gewandelter Form zur Feststellung geworden „Pecunia non olet!“ (Geld stinkt nicht!) - und zu einem geflügelten Wort. Übrigens heißt in Frankreich eine öffentliche Bedürfnisanstalt deswegen noch heute „vespasienne“ und in Italien "vespasiano".
 
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